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Die Auflösung des VKSK in der Wendezeit (1)

Es ist wie im Märchen, ein Mann erwacht an einem ihm unbekannten Stand und hat absolut keine Ahnung, was in den nächsten Tagen, Wochen auf ihn zukommt, oder ob es überhaupt eine Zukunft gibt.
So in etwa erging es den damaligen Sparten des VKSK und den dazugehörenden Verbänden. Es war die Zeit der politischen Wende im Land.

Zum Ausgangspunkt dieses Prozesses (Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen)

Wir konnten sie in zwei Phasen erleben, zunächst der Erneuerungsphase.
Ab Herbst 1989 vollziehen sich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR Umwälzungen. Die Diskrepanz zwischen sozialistischen Utopien und ihren tatsächlichen Realisierungsbedingungen spitzen sich weiter zu bzw. werden offen dargestellt.

Menschen gingen auf die Straße und erstrebten eine neue, bessere DDR. In diesem Zeitraum wurden in den VKSK-Verbänden heiße Diskussionen um die Erneuerung des VKSK geführt. Die Zusammenkünfte fanden in vielen Stützpunkten statt, die Versammlungsräume waren bis zum Bersten gefüllt, ein Zustand, den wir uns heute wieder wünschen würden.
Einige VKSK-Kreisverbände veröffentlichten sogar Aufrufe in der „Freien Presse“, wonach sich alle Kleingärtner mit ihrer Meinung und ihren Vorstellungen zur Erneuerung des VKSK mündlich oder schriftlich einbringen sollten. Das taten sie auch!

Spitzenreiter der Forderungen war – neben der Trennung von Verband und Partei – die nach Abschaffung von Bürokratie.
Die Meinungen wurden im Zentralvorstand des VKSK gesammelt. Die Antworten auf die Forderungen nach einem neuen Statut, Schaffung einer neuen Kleingartenordnung, ohne Hinweis auf die Beschlüsse von Partei und Regierung, und einen baldigen außerordentlichen Verbandstag wurden ständig hinausgeschoben. Dazu wörtlich aus „Garten und Kleintierzucht“, Heft 1/ 1990. In einem Beitrag unter der Überschrift „Versuch einer Zwischenbilanz“ erklärte der damalige Vorsitzende des ZV des VKSK Dr. Horst Laschinski wörtlich: Deshalb mein Plädoyer: Gut Ding muss Weile haben.“ Warten wollte damals jedoch keiner!

Am 1. Dezember 1989 wird der „Führungsanspruch der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei“ aus der Verfassung der DDR gestrichen. Am 3. Dezember 1989 treten das Politbüro und das ZK der SED geschlossen zurück. Damit ist im Grunde der Anfang vom Ende des VKSK eingeleitet.